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Als sich mein öffentliches Scheitern wie ein Gewinn anfühlte.


Spätsommer 2025. 21:55 Uhr. Ein glamouröser Saal, eine pralle Atmosphäre.



Ich stehe auf der Bühne, 200 Frauen im Raum. In der ersten Reihe maxilam e Aufmerksamkeit – volle Connection, Fokus, gemeinsame Wellenlänge.


Doch hinter dieser ersten Reihe bricht die Brandung. Da wird gefeiert, die Energie ist längst bei der Party und dem Austausch untereinander. Ich spüre, wie ich als Speaker gegen eine Wand aus Euphorie anrede, die gerade keinen Platz für eine Keynote hat.


Ich hatte es im Gefühl.

Kein plötzlicher Moment, sondern ein leises Wissen im Vorfeld: Das wir nicht passen. Aber ich bin Profi un dich vertraue auf meien Message, die bisher immer eingeschlagen was. Bis zu diesem Abend. Zum ersten Mal erreichte ich den Raum nicht – zumindest nicht so, wie ich es gewohnt war. Es blieb eine „okay“ Speech, aber der Impact fehlte.


Die Initiation.

Später in der Nacht auf der Autofahrt nach Hause das Telefonat mit meinem Mentor. „Es ist passiert“, sage ich. Ich war zum ersten Mal öffentlich auf die Nase gefallen. Seine Reaktion? Ein Lachen. „Das wird dir noch öfter passieren“, sagte er. In diesem Moment verstand ich: Das war kein Scheitern, sondern meine Initiation. Mein "Willkommen im Club".


Was ich daraus gewonnen habe? Erst Trauer und Frust, dann Gewinn.

Früher dachte ich, Souveränität bedeutet, jeden Raum zu „beherrschen“. Heute weiß ich: Wahre Souveränität bedeutet, den eigenen Zustand zu managen, wenn die Verbindung im Außen reißt.

Heute würde ich die Situation klären. Ich würde das Offensichtliche ansprechen, das Mikrofon vielleicht beiseitelegen und sagen: „Ich merke, eure Energie ist gerade woanders. Wer das Thema vertiefen will: Ich bin hinten am Stand.“


Diese Freiheit, den Kontrollverlust nicht nur zu überleben, sondern ihn anzunehmen, ist der eigentliche Gewinn. Seit diesem Abend bin ich anders auf der Bühne: Wacher. Demütiger. Freier.


Die Harten Fakten:

Intuition vor Routine: Wenn dein Bauchgefühl sagt, dass die Situation nicht passt, hat es meistens recht. Professionalität bedeutet heute für mich, auf diese Intuition zu hören, statt starr ein Programm abzuspulen.


Die Freiheit des Kontrollverlusts: Einmal „versagt“ zu haben und zu merken, dass man immer noch steht, nimmt dem Ego die Angst. Das macht dich unbesiegbar, weil dein Selbstwert nicht mehr an der perfekten Resonanz hängt.


Selbstführung als Schlüssel: Wenn du die Verbindung zum Publikum verlierst, ist die wichtigste Verbindung die zu dir selbst. Wer sich selbst in der Unruhe halten kann, hat die höchste Form der Präsenz erreicht.


Zumindest ist das mein Fazit bis jetzt, aber meine Reise geht weiter und ich werde berichten.

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